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Anschlussheilbehandlung Badenweiler 01.08. - 22.08.2007
 

01.08.2007               Heute soll es in die AHB losgehen. Geplant ist die Abfahrt um 11.00 Uhr. Ich habe irgendwie
überhaupt keine Lust. Eigentlich hatte ich mich mal auf die AHB gefreut, aber seit dem ich diese Schmerzen im
linken Oberbauch habe, habe ich keine Lust mehr. Da ich denke, dass ich mit diesen Beschwerden nicht das
Programm durchziehen kann. Naja, was soll´s, um 11.15 Uhr fahren wir los. Kommen sehr gut durch und sind
schon um 13.30 Uhr an der Klinik. Bekomme mein Zimmer zugewiesen, welches echt nicht schlecht ist, eher wie
ein Hotelzimmer, mit Kühlschrank und Espressomaschine. Um 16.00 Uhr ist eine Begrüßung der neuen Gäste
bei Kaffee und Kuchen, danach findet eine Führung durch die Gebäude statt. Ist ziemlich verwirrend, hinterher
bin ich ziemlich platt und habe wieder Schmerzen. Abends gehen Moni und ich noch einmal vor die Tür. Da es
hier aber ziemlich bergig ist, komme ich nicht weit. Wir kehren noch in eine Winzerstube ein, ich trinke sogar ein
„Viertele“ Riesling, schmeckt mir sehr gut, ich merke aber, dass ich schon sehr lange keinen Alkohol getrunken
habe. Ist insgesamt sehr nett, weiß gar nicht wann Moni und ich das letzte Mal „ausgegangen“ sind.

02.08.2007               Um 7.00 Uhr muss ich schon zur Blutentnahme, dann um 7.20 Uhr Wiegen etc. Um 7:45 Uhr
Frühstück, da ich um 8.15 Uhr schon Arzttermin habe. Der Chefarzt Dr. H. ist sehr nett und herzlich. Er nimmt
sich viel Zeit und wir besprechen so einiges, am Ende wird der Behandlungsplan festgelegt. Einen endgültigen
Stundenplan bekomme ich dann mittags in mein Fach gelegt. Ich glaube ich werde auch Kur- und Badearzt,
scheint ein ziemlich lockeres Leben zu sein. Als Bildschirmschoner hat der Chef ein Bild, auf dem er auf einer
Harley sitzt. Später bei  Abendessen am Tisch wird noch berichtet, dass er auch einen Porsche fährt, somit wird
jedes Klischee bedient. Ich werde auch Kurarzt…

Dann treffe ich mich mit Moni und wir gehen spazieren. Mit den neuen Schmerztropfen klappt das ganz gut. Um
11 Uhr gehen wir gemeinsam zur Begrüßungsansprache durch den Chefarzt. Ist ganz amüsant. Ich gehe danach
zum Mittagessen und Moni wartet auf meinem Zimmer. Dann gehen wir beide noch mal spazieren und um ca. 15
Uhr tritt Moni die Heimreise an. Ich genieße um 15.30 Uhr meine erste Moorpackung mit anschließender
Massage. Abends probiere ich das Thermalbad aus, es ist zwar vom Bauch her sehr ungewohnt, aber ich
schaffe es sogar zwei Bahnen zu schwimmen. Um 21:00 Uhr liege ich fix und fertig im Bett.

03.08.2007              Beta-HCG < 2 U/l, AFP 2,9 U/ml, LDH 138.
Mir geht’s gut. Nehme eher prophylaktisch Schmerztropfen. An Programm habe ich zuerst
Atemgymnastik (ganz nett), dann Chefarztvisite und anschließend Einzelkrankengymnastik (relativ kurz aber
auch ganz gut). Nachmittags gehe ich mit MP3-Player spazieren, für meine Verhältnisse laufe ich sehr viel.
Setze mich zwischendurch auf eine Bank und lese. Insgesamt bin ich zwei Stunden unterwegs. Das abendliche
Schwimmen klappt auch schon besser als gestern. Bin dann abends aber wieder völlig geschafft im Bett, habe
echt das Gefühl, dass es von Tag zu Tag besser wird. Zurzeit lese ich das Lance Amstrong Buch. Gefällt mir
echt sehr gut. Ich bin aber froh, dass ich es nicht vor der Therapie oder währenddessen gelesen habe. Ich
glaube ich kaufe mir auch ein Rennrad…

04.08.2007               Heute sind gar keine Schmerztropfen notwendig. Morgens gehe ich ein wenig in
Badenweiler spazieren. Am Nachmittag übernehme ich mich bei einer kleinen Wanderung. Ich schließe dieses
frustrierende Ereignis aber mit einem Weizenbier in einem Gartenlokal ab. Und man höre und staune, es
schmeckt wieder! Ich weiß gar nicht wann ich das letzte Weizen getrunken habe, muss letzten Sommer gewesen
sein…

05.08.2007               Ich habe mich über Nacht doch ganz gut von den Strapazen gestern erholt. Habe mir aber
vorgenommen, es heute ruhiger angehen zu lassen. Um 10 Uhr gehe ich in den Gottesdienst. Danach verbringe
ich die meiste Zeit in meinem Zimmer und lese das Lance Amstrong Buch. So schnell habe ich selten ein Buch
verschlungen. Naja, und nachmittags raffe ich mich noch mal auf und gehe ca. 1 Stunde spazieren, gehe sogar
auf die Badenweiler Burg. Abends der obligatorische Thermalbadbesuch, das Schwimmen klappt immer
besser.

06.08.2006               Heute beginnt der Rehastreß: ich hetze von einem Programmpunkt zum nächsten. Erst das
montägliche Wiegen (immerhin habe ich 1,5 kg zugenommen), dann Fango und Massage, anschließend
Atemgymnastik, gefolgt von einem Vortrag und dem Mittagessen. Kurz aufs Zimmer, dann progressive
Muskelentspannung und zum Abschluss noch Einzelkrankengymnastik. Ich bin froh als ich endlich mal auf
meinem Zimmer war. Später gehe ich noch mal in den Supermarkt um Getränke einzukaufen, habe leider die
Rechnung ohne den Rückweg gemacht, der geht ziemlich (zumindest empfinde ich das im Moment so) steil den
Berg rauf, bin völlig erledigt wieder in meinem Zimmer. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach…

07.08.2006               Zu allem Überfluss wird heute ein Ultraschall vom Chef gemacht. Ich hatte zwar keinen Sinn
darin gesehen, habe ihn aber gewähren lassen und dachte nur, dass er ja auch sein Geld verdienen muss. Dann
kam genau das, was passieren musste: er sieht irgendeine liquide Struktur ventral der linken Niere, zuerst
dachte er an eine große Nierenzyste, konnte aber kein Bezug zur Niere feststellen. Daraufhin geht bei mir
wieder der Vorhang runter, bekomme Schweißausbrüche und Panik. Es kommt noch ein weiterer Arzt, der
diese Struktur bestätigt. Es wird gesagt, dass es wahrscheinlich ein Hämatom oder eine Lymphozele sei. Ich
meinte nur, dass ich mich damit nicht zufrieden geben kann und an eine weitere Abklärung in Heidelberg denke.
Zurück in meinem Zimmer beginnt der Telefonmarathon. Zuerst rufe ich bei Moni an, dann Dr. K. Er meint ich
solle mir keine Sorgen machen, da kann nichts sein, er lässt sich auch nicht drauf ein, dass ich kommen will und
es kontrollieren lassen will. Er will Rücksprache mit dem Chef oder dem Oberarzt halten und mich dann
zurückrufen. Dann rufe ich bei Prof. K. an. Er ist ebenfalls der Meinung, da auch die Tumormarker letzte
Woche normwertig waren, dass es nichts sein kann, er geht auch von einer Lymphozele aus, ich solle mir keine
Sorgen machen. Leider werden meine Sorgen immer schlimmer. Zwischenzeitlich ruft Dr. K. wieder zurück,
nach Rücksprache mit Prof. S. kommen sie zu dem Entschluss, dass es ganz normal ist, dass sich
irgendwo liquide Strukturen darstellen lassen. Wenn es mir keine Ruhe lässt, soll ich morgen kommen und man
macht für meine Psyche ein MRT. Mir lässt es keine Ruhe, ich drehe langsam durch und rufe noch Prof. B.
an, nach einiger Zeit habe ich ihn am Telefon. Er ist ebenfalls der Meinung, dass es nichts Gravierendes ist,
entscheidend ist die Klinik (aber mir geht es prächtig). Ich solle die nächsten vier Monate bloß niemanden mehr
an meinen Bauch lassen, weder Ultraschall, noch MRT etc. Ich solle froh sein, dass alles so gut gelaufen ist. Ich
solle mich im November bei ihm zur Nachuntersuchung melden. Nach dem Telefonat bin ich etwas beruhigt und
rede mir ein, dass jetzt drei Professoren unabhängig voneinander gesagt haben, dass ich mir keine Sorgen
machen brauche. Wenn einer unsicher gewesen wäre, wäre es ja kein Ding gewesen zu sagen, ich solle
herkommen und man kontrolliert es. Das hat aber keiner, somit muss ich mich drauf verlassen. Es war ein toller
Nachmittag.
Abends gehe ich noch für 25 Minuten auf den Ergometer und danach wieder Schwimmen.

08.08.2007               Morgens bin ich noch ein bisschen schlecht drauf, habe die Nacht mit Hilfe aber sehr gut
geschlafen. Um 10.15 Uhr habe ich erstmalig Yoga, das gefällt mir unerwartet ganz gut, ist halt mehr ein
Gleichgewichtstraining, und das habe ich wirklich nötig. Dann Wirbelsäulengymnastik und
Einzelkrankengymnastik. Nachmittags mache ich trotz Regen eine Wanderung. Ich habe mir den lokalen
Wanderführer besorgt. Der Rundweg wird als leicht, ca. 4 km Länge und ohne Steigung beschrieben. Ich weiß
nicht, welchen Maßstab die da ansetzen, ich habe jedenfalls mit den Bergen(!) deutlich zu kämpfen und mir
kommt es natürlich wesentlich länger als vier Kilometer vor. Ich bin hinterher fix und fertig, hatte zwischendurch
schon an ein Taxi gedacht… Trotzdem gehe ich abends noch zum obligatorischen Schwimmen.

09.08.2007               Vormittags habe ich nur Atemgymnastik, nach dem Mittagessen Krankengymnastik.
Nachmittags entschließe ich mich in die Cassiopeia Therme zu gehen. Es war dann doch rausgeschmissenes
Eintrittsgeld. Nach ca. 20 Minuten bin ich wieder in der Umkleidekabine. Irgendwie hat es mir nicht gefallen, es
war mir zu voll (objektiv gesehen war es eigentlich nicht voll), ich habe mich sehr unwohl gefühlt, habe mir
eingebildet, dass alle auf meinen Bauch starren, was wohl auch der Fall war. Naja, jetzt weiß ich, dass
öffentliche Bäder noch nichts für mich sind.

10.08.2007               Nach dem üblichen Programm gehe ich nachmittags im Regen spazieren. Abends noch 20
Minuten auf dem Ergometer und dann Schwimmen.

11.08.2007               Da Moni noch
 unerwarteter Weise mit Finia zum Kinderarzt
 muss, kommt sie zu Hause erst später los.
 Holt mich dann ab und wir fahren gemeinsam
 in ihre Pension. Nach dem Zimmerbezug
 fahren wir nach Freiburg bzw. ich fahre. Ist
 schon ein tolles Gefühl nach über vier
 Monaten mal wieder selbst Auto zu fahren. In
 Freiburg scheint die Sonne und es ist
 ziemlich viel los. Wir laufen relativ planlos
 durch die Stadt, ist für mich doch ziemlich
 anstrengend. Zurück in Badenweiler gehen
 wir noch in eine Winzerstube. Ich falle dann
 ziemlich tot ins Bett.

12.08.2007               Moni kommt nach dem Frühstück zu mir in die Klinik. Dann machen wir uns auf eine
Wanderung, diesmal 5 km mit vielen Bergen, ich hole mir natürlich einen Sonnenbrand, nachmittags sind wir
ziemlich platt und ruhen uns in meinem Zimmer aus (auch Moni ist geschafft!). Dann gehen wir wieder in eine
Winzerstube, diesmal eine andere. Pünktlich zum Tatort sind wir wieder in meinem Zimmer.

13.08.2007               Mein Tag beginnt mit dem montäglichen
 Wiegen, danach Massage. Moni kommt wieder direkt auf mein
 Zimmer, nach meiner Krankengymnastik gehen wir noch in
 Badenweiler spazieren und ich bringe Moni dann zum Auto. Von
 dort aus starte ich noch eine Wanderung, die dann
 unerwarteterweise wieder ziemlich anstrengend ist. Abends
 obligatorisches Schwimmen/Plantschen.

14.08.2007               Ich habe mich irgendwie die letzten Tage
 überanstrengt und fühle mich heute ziemlich erschlagen, mir tut
 alles weh, habe Muskelkater. Ich entschließe mich, heute nicht viel
 zu machen.

15.08.2007               Leider geht’s heute nicht wirklich besser.

16.08.2007               Heute geht’s mir wieder besser, lass es aber
 trotzdem ganz ruhig angehen.

17.08.2007               Bin wieder topfit und mache nach dem üblichen Programm wieder eine Wanderung
(Lipburger Runde), klappt gut, ich bin hinterher nicht mehr so fertig wie das letzte Mal.

18.08.2007               Beim Frühstück lasse ich mich überreden, die samstägliche Gruppenwanderung
mitzumachen. Klappt eigentlich sehr gut, das Tempo ist für meine Verhältnisse relativ schnell, komme aber ganz
gut mit. Bin hinterher aber ziemlich fertig und lege mich nach dem Mittagessen erst einmal ins Bett. Nachmittags
setze ich mich noch mal an den Vogesenblick und lese. Abends natürlich das obligatorische Schwimmen. Bin
stolz, dass ich die Wanderung morgens mitgemacht habe. Das war mein Ziel: am Ende der Reha eine
Gruppenwanderung mitzumachen.

19.08.2007               Vormittags Gottesdienst und nach dem Mittagessen fahre ich mit meiner Tischnachbarin mit
dem Linienbus zu einem Wanderparkplatz und von dort wandern wir zu einem sehr schönen Almgasthof. Dort
trinken wir ein Viertele und wandern wieder zurück.

20.08.2007               Heute habe ich noch mal richtig Programm, nachmittags schaue ich dann DVD und gehe
noch mal zum Vogesenblick.

21.08.2007               Vormittags Abschlussgespräch, nachmittags packe ich meine Sachen und freue mich auf
morgen.

22.08.2007 
 Morgens noch den
 Rest gepackt und
 in der Lobby auf
 Moni gewartet, um
 ca. 10.15 Uhr
 kommt sie und holt
 mich ab. Ich freue
 mich wieder auf zu
 Hause.

 

 

 

 

 

 

 

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