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Chirurgie Heidelberg (18.05.2007 bis 21.07.2007)

Ab jetzt schreibe ich wieder!
18.05.2007              
Es überschlagen sich die Ereignisse, im Laufe des Vormittags teilt uns Prof. K. telefonisch
mit, dass ich heute noch in Heidelberg aufgenommen werden kann. Wir sind erst einmal vor den Kopf gestoßen,
entscheiden uns dann aber, heute noch zu fahren. Wie schon vorher geplant, kommt mein Vater aus Spanien
geflogen, um uns bei der Fahrt zu unterstützen. Ich will nämlich nicht mit Krankenwagen, sondern mit dem Privat-
Pkw nach Heidelberg gebracht werden. Im Krankenhaus verursachen wir natürlich Aufruhr. Ein Arzt nach dem
anderen kommt vorbei, prinzipiell verstehen uns alle, sind aber mit der privaten Reise nicht einverstanden, ich
soll dann letztendlich unterschreiben, dass ich auf eigene Verantwortung fahre. Um ca. 17.00 Uhr sitzen wir
 endlich im Auto und beginnen die Rückfahrt. Die ersten
 1,5 Stunden sind nicht so toll, dann geht es aber, haben
 ziemlich Glück mit der Verkehrsituation, kein Stau und
 ziemlich leer auf den Straßen. Der Verband hält auch sehr
 gut, wir müssen ihn nur einmal etwas erneuern. War
 aber nicht so schlimm wie gedacht. Wir kommen dann
 kurz vor elf Uhr in Heidelberg an, müssen uns erst einmal
 in der Ambulanz melden, insgesamt dauert alles ziemlich
 lange, bis ich endlich in meinem Bett liege. Immerhin
 wussten alle Bescheid, ich war kein Nobody. Bin froh, als
 ich endlich im Bett liege, es ist mittlerweile 0.30 Uhr.

 

19.05.2007               Habe die erste Nacht sehr gut geschlafen, der Verband ist am Morgen natürlich wieder
komplett durch. Es ist wirklich ein Scheiß-Gefühl. Mittags kommt mein Vater zu Besuch, später stößt
Moni dazu.

20.05.2007               Um ca. 18:30 Uhr (es ist übrigens Sonntag...) kommt Prof. B. zur Visite. Er ist schon ganz
gut informiert, meint nur süffisant „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah“. Er schaut sich die
Wundverhältnisse an und klärt uns auf. Eine operative Revision komme erst drei Monate nach der letzten
Operation in Frage. Vorher sei dies aufgrund der Verwachsungen kontraproduktiv und lebensbedrohlich.
Somit sei jetzt primär eine stabile Verbandssituation wichtig, und Mitte Juli würde er dann die Fistel operativ
verschließen. Klingt alles einleuchtend. Außerdem meint er, es gäbe keinen Grund, weiterhin nur Astronautenkost
zu mir zu nehmen! Gleich nach der Visite gibt es die erste Nudelsuppe! Es geht aufwärts!
Insgesamt herrscht bei uns eine positive Stimmung. Wir sitzen auf der Terrasse, die Kinder spielen im Park, fast
wie im Urlaub!

21.05.2007               Heute Mittag kommt die Wundmanagerin und schaut sich alles an. Sie schlägt erneut einen
Vac-Verband vor. Die Fistel soll dann wie ein Stoma (künstlicher Darmausgang) in ein Beutel abgeleitet werden.
Insgesamt erscheint die Frau sehr kompetent und überzeugend, eine richtige Fachkraft. Nachdem eine Vac-
Pumpe organisiert ist, baut sie zusammen mit dem Stationsarzt Dr. K. den Verband. Die Wunde ist mittlerweile
sehr schmerzhaft, ein Teil der Wundränder sind schon von dem aggressiven Dünndarminhalt angedaut worden.
Es kommt sogar ein Fotograf, um die Wundsituation zu dokumentieren.

22.05.2007

23.05.2007

24.05.2007

25.05.2007               Leider hält der
 Verband überhaupt nicht, er wird zwei Mal
 erneuert. Beim dritten Mal verlange ich,
 dass die Wundmanagerin kommen soll.
 Nachdem bei diesem Verbandswechsel
 das halbe Mittagessen in Stückchen aus
 der Fistel kommt, wird entschieden, dass
 ich nur noch Flüssiges zu mir nehmen darf.
 Zuerst bin ich damit einverstanden und
 denke es ist kein Problem, Hauptsache
 der Verband hält mal etwas länger dicht.

26.05.2007

27.05.2007

28.05.2007

29.05.2007

30.05.2007

31.05.2007               Ist irgendwie mein Depri-Tag heute, kann sogar bei der Chefvisite nicht an mich halten und
beginne zu weinen. Prof. B. reagiert sehr gut, nimmt sich Zeit und ist der Meinung, dass ich das Krankenhaus
schnellstmöglich verlassen sollte, das würde mir gut tun.

01.06.2007               Stimmung ist heute ganz gut, Verband wird frisch gemacht und Moni holt mich zum
Heimatbesuch ab. Verbringe den Nachmittag liegend auf dem Sofa. Um kurz vor 17:00 Uhr bringt mich Moni
zurück. Danach ist geht sie zum Kindergartengrillen, ich erhalte unerwartet Besuch von Marcus Krebs. Ist echt
sehr nett, er bleibt ca. 1h. Dr. K. erkundigt sich noch, wie der Heimaturlaub war und schlägt vor, dass wir am So.
den Verband frisch machen und ich dann entlassen werden kann. Ich stimme zu, habe aber doch tausend
Bedenken und Fragen. Ich habe irgendwie ziemlich Angst.

02.06.2007               Heute morgen stelle ich fest, dass der Verband wieder undicht ist, nicht dramatisch, aber
irgendwie wirkt sich das nicht positiv auf meine Laune aus. Ich vereinbare mit Dr. K., dass ich, wenn der
Verband heute schon frisch gemacht wird, danach nach Hause gehen kann. Er kommt dann mit einem
Ambulanzpfleger (damit dieser den speziellen Verband erlernt) und erneuert der Verband. Die Wunde sieht
eigentlich gut aus. Im Vergleich richtig gut. Moni ist in der Zwischenzeit auch gekommen und fängt an, alle meine
Sachen einzupacken. Um ca. 16:30 Uhr sind wir zu Hause. Mir geht’s gar nicht gut. Ich kann mich mit der
Situation einfach nicht anfreunden. Habe irgendwie Angst, weiß zwar nicht genau wovor, eigentlich kann ja nichts
passieren, außer einer Sauerei mit dem Verband. Aber die „beschützten Werkstätten“ einer stationären
Behandlung geben einem doch eine gewisse Sicherheit. Außerdem ist meine körperliche
Verfassung/Schwäche echt erschreckend. Ich kippe fast aus den Latschen, als ich den Marathon von zwei
Stockwerken in unser Schlafzimmer geschafft habe, muss dann erst einmal wieder volle Lotte heulen. Verbringe
den Abend im Bett und bin wirklich nicht gut drauf, wünsche mich ins Krankenhaus zurück.

03.06.2007               Erster kompletter Tag zu Hause. Schlafe relativ lange, kann mich mit der ganzen Situation
noch nicht so abfinden. Bin leider total schwach. Nach der Morgentoilette bin ich fix und fertig, muss mich erst
einmal wieder hinlegen. Der Kampf mit der Treppe macht mich völlig fertig, muss zwischen den Stockwerken
Pausen machen, mir wird schwarz vor Augen und mein Puls steigt ins unermessliche.

04.06.2007               Die Morgentoilette war wieder
 ein Desaster, bin erneut völlig alle und verbringe den
 Vormittag im Bett. Heute ist Verbandswechsel in der
 Chirurgie angesagt. Nach einigen anfänglichen
 Problemen klappt es eigentlich ganz gut. Da ich nun
 die Vac-Pumpe ambulant verwende, ist die
 Kostenübernahme der Versicherung nicht
 gewährleistet. Bekomme dann immerhin eine kleinere
 Pumpe, muss aber unterschreiben, dass
 ich die Kosten (schlappe 80€/Tag) übernehmen
 werde, falls die Versicherung sich weigert. Hat man ne
 andere Wahl?

05.06.2007               Meine Kollegin Anja kommt um ca. 10:30 Uhr zu Besuch, ist echt sehr nett, es gibt viele
Neuigkeiten. Nachmittags stelle ich mal wieder ein, Undichtigkeit beim Verband fest. Die Begeisterung ist
groß, eigentlich haben wir erst morgen den Termin. Auf geht´s in die Ambulanz, es läuft anfangs genauso wie ich
erwartet habe. Erst einmal Wartezeit, dann ein Arzt ,der keine Ahnung hat, letztendlich kommt Dr. K. wieder und
macht den Verband.

06.06.2007               Mal wieder massive Kreislaufprobleme, komme kaum in die Senkrechte. Muss mich
zwingen, mal zu sitzen. Kämpfe mich durch den Tag.

07.06.2007               Leider geht’s mir nicht besser, zusätzlich quält mich noch deutliche Übelkeit, muss mich
beim Zähneputzen übergeben, hinterher geht’s besser. Muss mich aber zügig wieder ins Bett legen. Verbringe
den Tag im Bett, schaffe es nicht mehr aufzustehen. Die Übelkeit hat mich total im Griff, die Paspertintropfen
bringen überhaupt nichts. Nachdem es abends immer schlimmer wird, entscheiden wir uns um ca. 22.00 Uhr,
wieder ins Krankenhaus zu fahren. Ich komme kaum die Treppe runter, muss mich auf halber Strecke wieder
erbrechen. Habe keine Ahnung wie wir in die Klinik kommen sollen. Als wir an der Notaufnahme ankommen,
treffen wir draußen einen ehemaligen Kommilitonen, der sich dann rührend um mich kümmert. Es wird Blut
abgenommen und ich erhalte eine Infusion und etwas gegen die Übelkeit. Ich habe wohl doch die ganze Zeit zu
viel Flüssigkeit über die Fistel verloren und bin dehydriert. Irgendwann werde ich wieder auf
meine alte Station gebracht, Moni verabschiedet sich und ich schlafe ein. Kurze Zeit später kommt der Arzt
wieder ins Zimmer und meint, dass meine Blutwerte schlecht seien, die Elektrolyte sind entgleist, ich habe ein
prärenales Nierenversagen und muss auf die Intensivstation. (Natrium 120; Kalium 6,19; Krea 2,33; Harnstoff
139). Es geht dann alles sehr schnell. Dort bekomme ich mal wieder einen ZVK und sehr viele Infusionen, vor
allen Dingen Flüssigkeit. Zum Glück erholen sich die Blutwerte dann sehr schnell wieder.

08.06.2006               Es stellt sich heraus, dass ich, da die Intensiv voll ist, im Aufwachraum liege. Hier ist echt die
Hölle los. Es geht mir zunehmend besser und meine Blutwerte sind auch auf dem richtigen Weg. Ich soll zur
Überwachung eigentlich noch auf eine Wachstation; da dort kein Bett frei ist, werde ich nachmittags wieder auf
Normalstation verlegt, bin ich auch nicht bös drum. Mir geht’s echt so gut wie seit Wochen nicht mehr. War wohl
ein schleichender Prozess, mir ging es jeden Tag ein bisschen schlechter.

09.06.2006               Mir geht’s echt super, fühl' mich topfit. Dr. B., der Psychiater, kommt mich privat besuchen,
sitzen eine ganze Stunde draußen und unterhalten uns gut. Ich merke erst im Laufe des Gespräches, dass er
privat gekommen ist. Echt nett.

10.06.2006               Frau Dr. H. macht den anstehenden Verbandswechsel, sie probiert etwas Neues aus, da
die Wunde sich so gut entwickelt und im Prinzip nur noch die oberste Hautschicht fehlt. Leider ist der Verband
am Abend schon wieder hinüber, ich bestehe dann auf die alte Version. Zusätzlich bekomme ich noch starke
Bauchschmerzen, die über den gesamten Bauch ausstrahlen. Keine Ahnung was das ist, die Schmerzmittel
helfen auch nicht. Abends bei der Chefvisite gibt’s auch keine Erklärung für die Schmerzen.

11.06.2006               Heute ist nicht mein Tag, der Verband hält zwar, ich bin aber trotzdem unzufrieden mit allem.
Zudem habe ich immer noch die starken Schmerzen. Abends bekomme ich Dipidolor intravenös. Das gute alte
Dipi hilft doch immer wieder. Bei der Oberarztvisite wird erklärt, dass es gut sein kann, dass sich die
Verwachsungen im Bauch gerade lösen und es dadurch zu den Schmerzen kommen kann. Na ja, immerhin eine
Erklärung, klingt irgendwie einleuchtend.

12.06.2006               Mittags großer Verbandswechsel, es kommt die Wundmanagerin, der Fotograf und Dr. K..
Frau T. erklärt, wie der Verband ab jetzt gemacht werden soll. Da jetzt die Granulation bis auf Hautniveau
fortgeschritten ist, muss jetzt eine Epitheliasierung (Hautbildung) gefördert werden. Dr. K. macht dann den
Verband. Ich bin insgesamt sehr skeptisch, da ich mich mit der letzten Versorgung arrangiert habe und diese
immerhin durchschnittlich 48 Stunden hielt. Na ja, nachmittags ist der neue Verband schon wieder im Eimer.
Meine bis dahin gute Laune beginnt umzuschlagen. Ich bestehe drauf, dass Frau T. noch einmal kommt. Nun
macht sie den Verband selber, sieht irgendwie viel versprechend aus, ich bin mir eigentlich sicher, dass er
funktioniert. Als ich abends (ca. 22.00 Uhr) feststelle, dass die Soße wieder unten rausläuft, kriege ich die
Krise. Nun kommt die Dienstärztin, die natürlich den Verband nicht kennt. Ich muss ihr jeden einzelnen Schritt
erklären, klappt im Prinzip ganz gut, es wird wieder der altbewährte Verband gemacht.

13.06.2007               Der Verband hält, ich habe keine Schmerzen
 mehr. Mir geht es sehr gut, meine Stimmung ist auch gut.

14.06.2007               Alles beim Alten, Verband hält und keine
 Schmerzen. Ich kämpfe mich ansonsten durch den Tag, kann schon
 recht lang werden, so eine ganzer Tag…
 Nachmittags kommt Moni mit den Kindern, klappt ganz gut.

15.06.2007              

16.06.2007               Eigentlich will ich heute Nachmittag mal einen
 Heimatbesuch machen, leider begehe ich den Fehler und lasse
 mittags den Verband wechseln. Nach ca. 5 Minuten ist der schon
 wieder undicht, Dr. K. hatte etwas Neues ausprobiert, na toll… Der
 zweite Verband hält dann immerhin 15 Minuten bis die Soße wieder
 rausläuft. Immerhin klappt dann der dritte Versuch. Somit habe ich
 den ganzen Nachmittag mit Verbandswechsel verbracht. Meine
Nerven sind komplett runter. Wir planen dann für morgen Nachmittag den Heimatbesuch. Ich bin total unsicher
mit dem Verband und schaue alle 5 Min., ob er noch dicht ist. Aber er hält.

17.06.2007               Morgens schaue ich DVD und um 14.30 Uhr holt Moni mich ab. Ich bin richtig gut drauf und
freue mich mal zu Hause zu sein. Im Vergleich zum letzten Besuch bin ich topfit. Um halb sieben bringt Moni
mich zurück in Krankenhaus. Schaue Formel 1 und telefoniere eine Stunde mit meiner Mutter.

18.06.2007               Moni kommt schon um die Mittagszeit, nachdem sie Linus in den Kindergarten gebracht hat.
Den Nachmittag verbringe ich mit Laptop, Homepage und DVD schauen. Ist schon wieder ganz schön zäh.
Heute ist „Handschuhsheimer Kerwe“ (Für alle Nichtwissenden: ein legendäres Volksfest in einem Heidelberger
Stadtteil). Ich muss daran denken, wie wir es im Studium immer haben krachen lassen. Oder wie ich vorletztes
Jahr extra Urlaub genommen habe. Tja, dieses Jahr habe ich schon was vor…

19.06.2007

20.06.2007               Heute Mittag telefoniere ich mit Prof. K. Mich beschäftigt die Frage, ob man jetzt ein
Staging machen sollte oder nicht… Es ist ein sehr nettes Telefonat. Irgendwie scheint er immer noch die
Fäden im Hintergrund in den Händen zu halten. Er meint, ich solle nur die Tumormarker bestimmen lassen,
kein CT durchführen. Bei Visite vereinbare ich mit Dr. K., dass morgen die Tumormarker (Beta-HCG, AFP und
LDH) abgenommen werden.

Nachmittags holt mich Moni erneut auf Heimatbesuch ab, ich bin topfit und ganz gut drauf, aber irgendwie
überanstrenge ich mich zu Hause. Abends zurück im Krankenhaus geht’s mir echt miserabel. Ich kann noch nicht
einmal TV schauen, ist mir viel zu anstrengend. Zusätzlich macht mich der Gedanke an die Tumormarker fix und
fertig, was ist, wenn das Ergebnis nicht positiv ausfällt. Und das soll ich jetzt regelmäßig über mich ergehen
lassen. Das macht einen doch fertig. Kann dann aber doch ganz gut schlafen.

21.06.2007               Morgens gleich nach dem Aufstehen wird Blut abgenommen, ich bin schon ziemlich nervös.
Nach der Morgentoilette schaue ich TV und frage dann um 10.30 Uhr nach den Werten. Hurra, alle Werte sind im
Normbereich (Beta-HCG kleiner 1, AFP 3, LDH 150), man kann dieses Gefühl gar nicht beschreiben. Aber
irgendwann muss doch auch mal wieder was Positives in meinem Leben passieren. Rufe gleich Moni an. Dann
schaue ich ganz entspannt und gut gelaunt DVD. Moni bringt nachmittags einen Piccolo und zwei Sektgläser
mit. Aber leider habe ich aus unerfindlichen Gründen schlechte Laune und überhaupt keine Gelüste. Na ja,
schade, abends ärgere ich mich… Um 22.00 Uhr stelle ich auch noch fest, dass der Verband undicht ist. Wird
dann von Dr. K. frisch gemacht.

22.06.2007               Morgens Verband schon wieder undicht, wird dann von einer Schwester erneuert, der hält
dann wieder nicht. Um 14 Uhr kommt dann endlich Frau Dr. H. und macht den Verband. Meine Stimmung ist
wieder am Boden. Ich weiß auch nicht, warum mich das immer so fertig macht. Na ja, der Verband scheint zu
halten, somit steigt meine Laune wieder.

23.06.2007               Heute habe ich viel vor. Vormittags kommt Moni mit Linus, nachmittags kommt Sandra zu
Besuch. Insgesamt guter Tag.

24.06.2007 bis 29.06.2007           Alles paletti, ich schlage irgendwie die Zeit tot.

30.06.2007               Ich habe irgendwie die ganze Nacht schon beschissen geschlafen. Morgens wache ich mit
Kopfschmerzen auf und mir geht es beschissen. Heute kommen meine Eltern zu Besuch. Mittags rufe ich sie an,
ob sie nicht später kommen können, so dass ich noch einen Mittagsschlaf machen kann. Aber auch dieser
bringt keine Besserung. Dann wird mir noch richtig kalt, ich lasse mir sogar eine zweite Decke bringen. Hilft
alles nichts. Meine Temperatur wird gemessen. 38,6°C, na toll. Jetzt geht die Scheiße los. Eine Dienstärztin
kommt, nimmt Blut ab usw. Zwischenzeitlich erreiche ich 39,7°C, fühle mich auch dementsprechend. Nun
kommt der ranghöhere Dienstarzt, er denkt, das Fieber kommt von dem mittlerweile 22 Tage liegenden ZVK.
Also muss der raus, aber ich brauche einen neuen Zugang für Antibiotika und Ernährung etc. Er versucht
vergeblich, auf dem Handrücken eine Nadel zu legen. Ich soll erneut einen ZVK bekommen, diesmal aber über
die Vena subclavia, die sog. Schlüsselbeinvene, da die anderen Venen nicht verwendet werden können. Um 17
Uhr komme ich endlich in den Aufwachraum, wo der Katheter gelegt werden soll. Leider schickt mich der
Anästhesist wieder zurück auf Station, da ich nicht nüchtern bin, aber eine Sedierung will. Immerhin schafft er es,
mir eine Infusionsnadel zu legen, daraufhin wird der vermeintlich entzündete ZVK entfernt. Dann warte ich bis 22
Uhr. Werde wieder in den Aufwachraum gebracht. Nun erwartet mich eine andere Ärztin, nach entsprechender
Sedierung macht sie sich ans Werk. Scheint alles gut zu klappen. Es soll abschließend noch ein Röntgenbild
gemacht werden. Im Verlauf verspüre ich Schmerzen im Bereich der linken Brust. Der arrogante Pfleger wiegelt
ab und meint, dass dies normal sei. Die Ärztin will mich zur Sicherheit noch zwei Stunden im Aufwachraum
behalten und dann erneut ein Röntgenbild meiner Lunge machen. Auch dies zeigt keine Auffälligkeiten, und somit
werde ich um 2.30 Uhr auf die Station zurückgebracht.

01.07.2007               Richtig gut geht es mir morgens nicht. Ich habe immer noch Schmerzen in der linken Brust
und zusätzlich bekomme ich schlecht Luft. Ich kann es nicht richtig einordnen, ob es von meinem Asthma
kommt oder doch was anderes. Mittags wird noch mal ein Röntgenbild der Lunge gemacht. Nun zeigt sich das
Ausmaß der nächtlichen Aktion: Ich habe einen Pneumothorax! Eigentlich eine relativ seltene Komplikation beim
Legen eines Subclavia-Katheter, aber ich musste natürlich wieder "hier" schreien. Nun muss mir eine sog.
Bülaudrainage gelegt werden, damit sich die zusammengefallene Lunge wieder entfalten kann. Meine
Begeisterung kennt keine Grenzen, ich beginne wieder zynisch und depressiv zu werden. Die Drainage soll
relativ bald im Ambulanz-OP von einem Oberarzt gelegt werden. Ich verlange natürlich wieder eine
Analgosedierung. Entweder ich bin an das ganze Zeug schon gut adaptiert oder mir wurde einfach zu wenig
gespritzt. Aber die Prozedur war in meiner Krankheitskarriere bisher das Schlimmste was ich erlebt habe.
Danach dann wieder Röntgenbild und nach einer kurzen Überwachungsphase zurück auf Station. Mir schmerzt
jeder Atemzug dramatisch. Ich bekomme massiv Schmerzmittel, aber es wird nicht besser. Die Atemnot hat
sich auch nur diskret gebessert.

02.07.2007               Nach einer schmerzhaften Nacht geht’s mir
heute tendenziell besser. Am meisten macht mir die Luftnot zu
schaffen. Die Schmerzen haben wir mit Voltaren relativ gut im Griff.
Hätte ich nicht gedacht, dass in diesem Fall Voltaren besser als
Morphine hilft. Die Rö-kontrolle zeigt auch einen guten Befund. Ich
kämpfe mich durch den Tag. Die Ärzte sind der Meinung, dass die
Luftnot besser wird, wenn die Drainage wieder raus ist.

03.07.2007               Die Drainage ärgert mich immer noch, wobei
die Luftnot im Vordergrund steht. Highlight des Tages ist die
Krankengymnastin, die mir mittags eine Heiße Rolle über der
Lunge macht. Wer auf diese gute Idee kam...

04.07.2007               Morgens wird der Sog der Bülaudrainage
abgeklemmt und 3 Stunden später ein Kontroll-Röntgenbild
gemacht. Auf dem Rö-bild zeigt sich immer noch eine gut
ausgefaltete und belüftete Lunge. Somit kann die Drainage
entfernt werden. Das klingt jetzt alles super, aber ich
muss mich mittags ziemlich aufregen, da mir keiner Bescheid
sagt, was das Rö-bild ergeben hat etc. Ich habe ziemlich Angst vor der Drainagenentfernung. Im Endeffekt spürt
man überhaupt nichts. Im Anschluss wird gleich mein Vac-Verband neu gemacht. Damit bin ich wieder gepudert,
gewickelt und zufrieden… Man glaubt es kaum, aber kurze Zeit nachdem die Drainage draußen ist, bekomme
ich deutlich besser Luft, die Atemnot und die Schmerzen sind wie weggeblasen. Ich fühl mich super.

05.07.2007               Tja, hat leider nicht lange angehalten. Heute fühle ich mich schon wieder nicht mehr so toll.
Mir ist irgendwie kalt und ich habe das Gefühl, ich bekomme wieder Fieber. Ist aber nicht der Fall. Zur OP-
Planung für nächste Woche soll noch ein CT gemacht werden, inklusive Thorax. Da weiß ich nicht so genau, was
ich davon halten soll. Welche Konsequenz hat das Thorax-CT? Die haben hier doch überhaupt keine
Vergleichsbilder, somit können die doch keine adäquate Aussage über meine Lungenmetastasen machen.
Na ja, das muss ich noch mal genau nachfragen.

06.07.2007               Körperlich geht’s mir gut, schaue vormittags mal wieder DVD, nachmittags kommt Moni zu
Besuch. Und später kommt völlig überraschend und unangekündigt mein Chef aus der Klinik. Er bleibt ziemlich
lange und es ist echt nett.

07.07.2007

08.07.2007               Gleich relativ früh morgens wird mein Verband erneuert, aber wie nicht anders zu erwarten,
hält der wieder nicht und die Brühe läuft wieder unter der Folie hervor. Eigentlich wollte ich ja nachmittags auf
Heimaturlaub. Naja, mittags wird dann endlich ein zweiter Versuch gestartet, erscheint viel versprechend. Um
14:15 Uhr holt Moni mich dann doch ab. Ich verbringe den Nachmittag auf der Couch im Wohnzimmer. Um 17
Uhr stelle ich fest, dass die blöde Vakuumpumpe nicht mehr funktioniert. Die hat sich einfach, da der Kanister
voll war, abgeschaltet. Somit ist kein Sog mehr auf dem Verband und die Brühe beginnt schon wieder zu laufen.
Halsüberkopf brechen wir auf und Moni bringt mich zurück ins Krankenhaus. Zum Glück können wir den Verband
mit einem einfachem Kanisterwechsel retten. Meine Stimmung ist trotzdem am Boden. Ich schaff es einfach
nicht mehr.

09.07.2007               Heute soll das Ganzkörper-CT laufen. Ich werde gleich morgens um 8:00 Uhr ins CT bestellt.
Dort soll ich erst einmal viel Wasser trinken, damit man die Darmschlingen besser im CT erkennen kann. Nach
dem CT werden mir die Bilder vom Oberarzt gezeigt. In der Lunge erkennt man nur noch zwei kleine Narben und
ein Granulom, keine Metastase; Leber sieht völlig unauffällig aus. Das einzige was noch auffällig ist, ist ein
vergrößerter Lymphknoten über der linken Nierenarterie. Da bei der OP aber alle Lymphknoten nekrotisch
(abgestorben) waren, soll dieser Lymphknoten auch nekrotisch sein. Ich mache mir anfangs keine Gedanken
und bin sehr erfreut über das Ergebnis. Im Laufe des Mittags mache ich mir aber immer mehr Sorgen und
Gedanken über den Lymphknoten. Warum wurde der nicht in Berlin entfernt etc.? Nachdem wir den ganzen
Nachmittag keine weiteren Infos bekommen, werde ich ziemlich nervös und sauer. Habe das Gefühl, es nicht
mehr unter Kontrolle zu haben. Daraufhin rufe ich Prof. K. an und schildere ihm das Problem. Er will sich
kümmern. Um ca. 18.30 Uhr kommt endlich die Visite. OA Dr. F. teilt uns mit, dass sie alle die CT-Bilder mit
dem Chef und dem Radiologen angeschaut haben. Der Lymphknoten sei definitiv nekrotisch. Ich denke mir nur,
wenn die sich so weit aus dem Fenster lehnen und dies fest behaupten, muss es wohl auch so sein. Außerdem
hat dann Prof. B. wohl rhetorisch gefragt, warum wir den Bertram nicht morgen operieren. Wir, insbesondere
Moni waren vor den Kopf gestoßen, wobei ich mich gefreut habe. Je früher, desto schneller bin ich die Pumpe
los. Na ja, und da man bei der Operation eh' vor Ort sei und es kein Problem sei, will man sicherheitshalber den
Lymphknoten mit entfernen. Somit geht dann doch alles schneller als ich dachte. Den restlichen Abend warte ich
auf den Anästhesisten zur Prämedikation. Dieser kommt aber erst um 23.30 Uhr, als ich schon schlafe. Da ich
einem PDK (Peridualkatheter zur Schmerztherapie) skeptisch gegenüber stehe, entscheiden wir gemeinsam,
dass ich keinen bekomme. Falls ich es mir über Nacht noch einmal anders überlegen sollte, bekomme ich doch
einen. Schlafe dann eigentlich die Nacht ganz gut.

10.07.2007               Ich werde um 6.15 Uhr geweckt, mache mich dann im Bad frisch, ziehe die tollen
Antithrombosestrümpfe an und nehme die Tablette. Um 7.15 Uhr werde ich dann Richtung OP gebracht. Da der
Narkosevorbereitungsraum nicht benutzbar ist, werde ich direkt in den OP-Saal geschoben und werde dort
vorbereitet. Hier ist natürlich schon einiges los, das Instrumentierpersonal ist schon am vorbereiten… Ich denke
mir nur, zum Glück ist mir das alles nicht so unbekannt, ansonsten würde man es wohl mit der Angst bekommen.
Dann kommt der Narkose Oberarzt und meint auch, wenn ich einem PDK skeptisch gegenüber stehe, soll ich
keinen bekommen, auch gut. Und schon schlafe ich…

Ich erinnere mich dann wieder an die Zeit im Aufwachraum. Keine Ahnung welche Uhrzeit. Die Operation scheint
gut verlaufen zu sein, der Bauch sei zu, ca. 40cm Dünndarm mussten raus und es gab insgesamt drei
Anastomosen. Insgesamt hat die OP wohl gute fünf Stunden gedauert.
Ich habe massive Schmerzen, kaum zum Aushalten. Eine Schmerzpumpe, mit der ich mir selber alle 10 Minuten
Schmerzmittel geben kann, bringe ich zum Absturz, da ich wahrscheinlich jede Minute auf den Auslöseknopf
gedrückt habe. Mitten in der Nacht (0.30 Uhr) soll ich wieder auf Normalstation. Dort komme ich gar nicht in mein
altes Zimmer, sondern werde provisorisch in ein anderes Zimmer gelegt, da meins kurzfristig vergeben wurde.
Stört mich im allgemeinen Schmerzmittelrausch überhaupt nicht. Die Rest-Nacht verbringe ich eigentlich den
Umständen entsprechend ganz gut.

11.07.2007               Morgens werde ich gleich wieder in mein altes Zimmer gebracht. Die Schmerzen
bestimmen den gesamten Tag, ich mache nahezu alle 10 Minuten von meiner Schmerzpumpe Gebrauch. Aber
irgendwie bringt es nicht wirklich was. Ich ärgere mich, dass ich mir keinen PDK habe legen lassen. Denke mir
aber, dass ich jetzt dazu stehen und da durch muss. Hilft aber auch nicht gegen die Schmerzen. Aufgrund der
hohen Schmerzmitteldosis kann ich kaum die Augen offen halten, zusätzlich habe ich Probleme bei der Atmung.
Sauerstoffgabe hilft auch nur der Psyche… Moni kommt zu Besuch, ich kann mich aber kaum wach halten. Habe
wohl sehr viel Flüssigkeit eingelagert und bekomme etwas zum ausscheiden, zum Glück habe ich einen
Katheter und muss somit nicht alle fünf Minuten auf Toilette rennen. Die Visiten sind zufrieden…

12.07.2007               Mich hat die Luftnot schon wieder voll im Griff. Ist echt schrecklich. Bei Visite wird über eine
Lungenembolie debattiert. Damit bin ich überhaupt nicht einverstanden, wahrscheinlich aus Angst davor. Ich
kann aber noch weiterführende Diagnostik abwehren. Die abendliche Oberarztvisite glaubt auch, dass die
Luftnot von den Unmengen an Schmerzmittel, von der OP und von dem bekannten Asthma herrührt. Mittags war
noch die sog. Schmerzvisite (Anästhesistenvisite) da. Die haben, da das Dipi nicht richtig hilft, auf Morphium
umgestellt. Ich habe das Gefühl, dass dies besser hilft. Ich bin heute sogar schon aufgestanden und habe mich
am Waschbecken frisch gemacht, danach hatte ich leider wieder massive Schmerzen.

13.07.2007               Vormittags geht’s mir ganz gut, mache mich wieder am Waschbecken frisch und gehe sogar
mit der Krankengymnastin den Gang einmal rauf und runter. Die Schmerzen habe ich mit der Pumpe auch ganz
gut im Griff. Nachmittags fühl ich mich irgendwie nicht mehr so gut, muss oft die Schmerzpumpe aktivieren. Am
Abend kommt noch Y. K. zu Besuch. Ich erkenne ihn zuerst überhaupt nicht, da ich auch überhaupt nicht mit ihm
gerechnet habe. Er ist ein Freund von Oktay, den ich in Boston kennen gelernt habe. Er erzählt, dass er durch
einen riesigen Zufall bei meiner OP dabei war und assistiert hat. Er hat es auch erst während der OP gerafft, wer
ich bin. Ist die Welt nicht klein? Was für ein Zufall. Meine größte Sorge, dass Prof. B. doch nicht selbst operiert,
konnte er zerschlagen.

14.07.2007               Eigentlich geht es mir
 heute nicht wesentlich besser. Aber
 Highlight des Tages: Ich hatte Stuhlgang.
 Somit funktioniert das Rohr wieder, wie
 Prof. B. sagt. Ich bin zwar erst 31 Jahre alt,
 kann aber heute erstmalig den Spruch:“ Der
 Stuhlgang ist der Orgasmus des alten
 Menschen“ nachvollziehen. Ist schon
 deprimierend…

 Mittlerweile sind die Schmerzen echt
 erträglich geworden und ich nutze die
 Schmerzpumpe immer seltener. Leider tritt
 eine starke Übelkeit auf, die ist auch sehr
 unangenehm.

15.07.2007               Heute hat Finia ihren zweiten Geburtstag. Eigentlich wollte Moni mich vormittags zusammen
mit ihr besuchen kommen. Mir geht es aber leider überhaupt nicht gut und somit kommt Moni nur alleine.

Morgens wird eine Drainage und der Blasenkatheter entfernt, ist relativ schmerzhaft, ich habe versucht, nicht
schon den ganzen Vormittag nervös zu sein und Angst zu haben. Heute ist ein besonders heißer Tag, mich
macht die Hitze irgendwie fertig, im Liegen laufen mir die Schweißperlen nur so runter.

Nachmittags kommen meine Eltern zu Besuch. So richtig gut geht’s mir auch da nicht. Mir wird es relativ schnell
zu viel. Danach fahren sie wieder zu Finias Geburtstag zurück und grillen dort. Sandra, die mich eigentlich auch
noch besuchen wollte, muss ich leider ausladen, mir reicht es für heute. Insgesamt muss man sagen, dass ich
die Nächte eigentlich ganz gut schlafen kann.

16.07.2007               Nach der Visite kommt auch noch die letzte Drainage raus. Zusätzlich soll noch der ZVK
entfernt werden, um eine potentielle Infektionsquelle zu meiden, da dieser ja auch schon ziemlich lange drin ist.
Der ZVK kann aber erst abends entfernt werden, da mir erst dann eine Infusionsnadel gelegt wird. Somit ist
heute aber ein großer Tag: Ich bin schlauchfrei. Ich habe nur noch eine klitzekleine Infusionsnadel. Fühl mich
irgendwie gut. Nachmittags bin ich mit Moni sogar bis zur Eingangshalle gegangen, hinterher war ich aber fix
und fertig und war froh, wieder im Bett zu liegen.

17.07.2007               So nach und nach geht es mir jeden Tag besser. Moni kommt vormittags wieder zu Besuch.
Nachmittags besucht mich meine Kollegin Anja. Ab heute bekomme ich keine Antibiotika mehr, die
Schmerzpumpe wird ebenfalls abgesetzt. Bei der Oberarztvisite wird angesprochen, dass man ja auch
irgendwann so ein Krankenhaus wieder verlassen kann, ich soll mich mal an den Gedanken gewöhnen. Ich soll
mal mit kommenden Freitag oder Samstag rechnen. Kann ich mir irgendwie überhaupt nicht vorstellen.
Bekomme schon wieder Angst. Ich habe heute sogar schon begonnen, etwas Richtiges zu essen. Morgens ein
halbes Toast, mittags ca. 1 Kartoffel und abends eine Scheibe Brot. Ich bin jeweils danach total satt, vertrage es
aber ganz gut.

18.07.2007               Heute schaffe ich zum Frühstück ein halbes Brötchen. Im Laufe des Vormittags geht’s mir
aber zusehends schlechter. Mir ist sehr übel, ich habe komische Schmerzen und bin wieder völlig rastlos. Kann
nicht liegen oder sitzen, kriege Schweißausbrüche etc. Irgendwann muss ich mich erbrechen, danach geht´s mir
um einiges besser. Das geht noch drei Mal so, nach dem Erbrechen geht’s mir immer wieder besser. Abends
bekomme ich eine gute Dosis Tavor, damit ich den Abend und die Nacht gut rumbringe. Dieser Rückschlag
versetzt mich in Panik, habe Angst, dass es nicht besser wird. Übelkeit ist schon ziemlich einschränkend. Bei
Visite wird erklärt, dass alles ganz normal sei, der Magen-Darm-Trakt müsse erst lernen, alles in die richtige
Richtung zu transportieren. Ich solle doch mal bedenken, wann ich das letzte Mal etwas Richtiges gegessen
habe. Heute ist auch das Ergebnis der histologischen Untersuchung des Lymphknoten gekommen, es ist alles
Nekrose (abgestorbenes Gewebe), kein aktiver Tumor zu erkennen. Diese Mitteilung hebt meinen
Gemütszustand auch nur vorübergehend.

19.07.2007               Heute esse ich außer ein paar Salzstangen überhaupt nichts. Muss mich nur einmal
nachmittags übergeben. Ansonsten kämpfe ich mich mit einer ständigen Übelkeit durch den Tag. Bei der
abendlichen Chefvisite wird mir mitgeteilt, dass ich jetzt gesund bin, ich solle mich an den Gedanken gewöhnen;
das CT, die Histo und die OP seien optimal gelaufen.

20.07.2007               Bis auf die ständige Übelkeit geht es mir eigentlich ganz gut. Ich will heute Nachmittag auf
Heimatbesuch. Die Ärzte sind einverstanden, und so holt mich Moni um ca. 14:00 Uhr zusammen mit Linus aus
dem Krankenhaus ab. Insgesamt gefällt mir der Nachmittag sehr gut, bin irgendwie so gut abgelenkt, dass die
Übelkeit in Vergessenheit gerät. Mir fällt es abends schon schwer zurück ins Krankenhaus zu gehen. Quäle mich
durch den Rest-Abend und bin froh als ich endlich schlafe.

21.07.2007               Ich verspüre immer noch eine
 Übelkeit, aber fühle mich irgendwie besser.
 Frühstücke sogar ein halbes Brötchen. Dann kommt
 Moni zu Besuch. Da ich die Infusionen heute Morgen
 verweigert habe, können Moni und ich sogar ohne
 Infusionsständer mal durch den Park spazieren.
 Gefällt mir irgendwie ganz gut und irgendwie drängt
 sich mir der Gedanke auf, warum ich nicht schon
 heute entlassen werden kann. Ich habe einfach keine
 Lust mehr, und außerdem hat es mir gestern sehr gut
 daheim gefallen. Na ja, als dann mittags die OA-
Visite kommt, ist OA F.einverstanden, beantwortet
 uns viele Fragen und schon bin ich entlassen. Wir
bekommen noch Verbandsmaterial mit und sollen uns am Montag in der Sprechstunde vorstellen. Um ca. 14:00
Uhr sind wir zu Hause. Vertrage sogar die paar Nudeln, die ich mittags esse, ganz gut. Ansonsten werde ich von
der bestehenden Übelkeit ganz gut abgelenkt.

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