Staging (01.03. - 02.03.2007)
01.03.2007
Wir fahren um 7 Uhr los Richtung Tübingen. Übliche Aufnahmeprozeduren. Im Laufe
des
Vormittags passiert kaum etwas. Außer einem EKG läuft nichts.
Nachdem noch nicht einmal klar ist, ob das
CT noch läuft, geht meine Laune
ziemlich den Bach runter. Ich bitte die Schwester, noch einmal im CT anzurufen
und
nachzufragen. Mir wird mitgeteilt, dass das CT um 14.30 Uhr stattfinden soll.
Um die restlichen
Untersuchungen kümmere ich mich selbst
und gehe direkt zu den
Leitstellen und kläre
es mit den Schwestern dort direkt. Von
Vorteil ist
sicherlich, dass die mich schon
alle von den letzten drei Monaten kennen.
Nachdem dann endlich auch die
Laborwerte
ausgewertet sind, bessert sich meine Laune
erheblich. Der Tumormarker
(βHCG) ist mit
4,3 U/l im Normbereich. Uns fällt ein riesiger
Stein vom
Herzen. Vom CT hören wir noch
nichts. Bin um 17 Uhr wieder auf Station, alle
Untersuchungen sind gelaufen. Stelle die
Frage, ob nicht über die Nacht eine
Beurlaubung möglich ist. Nach langem Hin
und Her wird mir dann mitgeteilt, dass
Prof.
H. eh krank ist und morgen keine Besprechung mit ihm stattfinden
kann. Es könne aber, wenn wir Interesse
haben, mit seinem Stellvertreter ein
Gespräch stattfinden. Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen. Werden
morgen
aber das Gespräch wahrnehmen. Die Nacht will ich aber nicht im Krankenhaus
schlafen.
Nachdem wir endlich
um 20 Uhr die Station verlassen, gehen wir noch in Tübingen Downtown etwas
essen.
Hatte mich eigentlich die ganze Zeit ziemlich darauf gefreut. Bin dann
aber ziemlich erschöpft, so dass wir das
Event nahezu überstürzt abbrechen
müssen und ich nur noch ins Bett will.
02.03.2007
Schlafen aus und begeben uns in die Klinik, um 10 Uhr soll das Gespräch mit
Herrn Dr. M.
stattfinden. Es geschehen noch Zeichen und Wunder, fast pünktlich
findet das Gespräch statt. Insgesamt ist die
Besprechung sehr ausführlich. Das
weitere Vorgehen wird besprochen, es soll erst der große Befund im
Bauchraum
operativ entfernt werden, hiernach soll in Abhängigkeit der Histologie
entschieden werden, was mit
dem Befund in der Leber geschehen soll. Da die
Metastasen in der Lunge alle unter 1cm Größe sind, sollen
diese unangetastet
bleiben. Es wird uns lange die mögliche Histologie erklärt: In ca. 50% der Fälle ist
alles
Nekrose (abgestorbenes Gewebe), 40% d.F. Teratomanteile und in 10% noch
aktives Karzinom. Somit 90%
Chance, ist doch nicht schlecht, oder?
Alles in allem scheinen die Befunde sehr
zufrieden stellend zu sein. Bezüglich
potentieller Operateure will er noch
Rücksprache mit Prof. H. halten. Es
werden
uns unverbindlich renommierte Urologen in
Dtl. genannt. Insgesamt fühlen
wir uns nach
dem Gespräch besser, fragen uns aber
eigentlich warum.
Einen schriftlichen Befund
vom CT gibt es noch nicht.
Wir fahren noch nach Tübingen Downtown,
nachdem ich nun drei Monate in Tübingen
war, aber niemals in der Altstadt, holen wir
dies nach. Laufen ca. 1 Stunde
herum, ich
esse zwei Döner! Dann fahren wir auf dem
Rückweg noch bei meiner
Mutter vorbei.