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Zuhause 4 (24.02-28.02.2007 und 02.03.-28.03.2007)

 

25.02.2007              

26.02.2007

27.02.2007               Irgendwie ist meine Laune den ganzen Tag ziemlich bescheiden. Mir steht das anstehende
Staging ziemlich vor dem Kopf. Habe Angst vor der Wahrheit. Vielleicht war ja alles umsonst, und alles hat zügig
ein Ende. Große Krise am Abend.

28.02.2007               Vormittags zu Johannes, Geburtstag feiern. Abends kommen Blanks zur obligatorischen
Kinderbetreuung.

Staging

03.03.2007               Ich gehe mit Linus zur Eröffnung eines Autohauses, dort gibt es ein Puppentheater. Linus ist
begeistert. Moni und Finia kommen später nach.

04.03.2007               Meine Eltern und Sandra mit Lasse kommen zu Besuch. Ich habe mal wieder Jamie Oliver
gekocht. Nachmittags fahren wir mit dem Fahrrad (!) zur Neckarwiese. Eigentlich ist dies nicht so die lange
Fahrradtour, bin aber abends ziemlich fertig und muss die Couch hüten. War aber sehr schön.

05.03.2007               Mit Finia zum Kinderarzt, Bronchitis, soll mal wieder Antibiotika nehmen.

06.03.2007               Morgens Linus in Kiga, dann wir mit Finia in die Stadt. Klamotten für mich gekauft.
Nachmittags versuche ich den radiologischen Befund und eine CD des letzten CTs zu organisieren. Leider ist
der Befund noch nicht unterschrieben und darf nicht rausgegeben werden. Telefoniere zusätzlich noch mit Dr. M.,
dieser liest mir den Befund vor, ist sehr gut. In der Lunge sind nur noch zwei Metastasen zu erkennen. In der
Leber nur noch eine, und die Metastase im Bauchraum ist auch kleiner geworden. Echt super.
Da leider alle Befunde nur so nach und nach mitgeteilt werden, ist man mit der Freude immer eher
zurückhaltend. Wir wissen halt nicht, wann wir die Flasche Sekt aufmachen sollen. Vielleicht jeden Tag eine…
Aber leider ist mein Bedürfnis nach Alkohol zur Zeit sehr gering bis gar nicht ausgeprägt.

07.03.2007               Bereits um 7 Uhr kommt der radiologische Befund per Fax. Jetzt haben wir es schwarz auf
weiß, zum Frühstück Sekt??? Um 11 Uhr gehen wir zu Prof. K., um mit ihm das weitere Procedere zu
besprechen. Finia geben wir bei unserer Nachbarin ab. Das Gespräch mit Prof. K. verläuft sehr gut, er nimmt
sich viel Zeit, wir stellen viele Fragen und besprechen das weitere Vorgehen. Wir entscheiden zusammen, dass
die anstehende Operation in Berlin durchgeführt werden soll, dort ist wohl der auf nationaler Ebene erfahrenste
und beste Operateur.
Wir sollen uns zwar alles noch Mal durch den Kopf gehen lassen und ihm Bescheid sagen. Aber eigentlich ist
alles klar.
Sind ziemlich angetan von dem Gespräch mit Prof. K.. Wenn ich diesen Albtraum überleben sollte, bin ich Prof.
K. wohl zu unendlichem Dank verpflichtet, wahrscheinlich verdanke ich ihm dann sogar mein Leben.

08.03.2007               Moni geht morgens zum Friseur, Finia und ich kommen mit und gehen auf den Plöck-
Spielplatz (alles mit Fahrrad). Danach fahre ich alleine weiter und besuche Johannes und Stella. Nachmittags
kommen beide noch bei uns vorbei. Abends kriege ich Halsschmerzen.

09.03.2007               Wir haben eine Einladung bei meiner Kollegin Anja. Da ich zunehmend Halsschmerzen und
Abgeschlagenheit verspüre, überlege ich den ganzen Tag, ob wir die Einladung absagen. Lege mich den
ganzen Nachmittag ins Bett und fühle mich dann um 17 Uhr soweit wiederhergestellt, dass wir dann losfahren. Ist
ein sehr schöner Abend, sehr leckeres Essen. Auch Fam. Krebs ist da, ansonsten noch Frau Schmidt mit
Freund und natürlich Anja mit Andreas. Bin dann auf dem Heimweg (21.30 Uhr) ziemlich fertig, irgendwie bin ich
den Trubel und den Geräuschpegel einer solchen Veranstaltung nicht mehr gewöhnt.

10.03.2007               Nun hat mich die Grippe voll erwischt, liege die meiste Zeit im Bett.

11.03.2007               Grippe

12.03.2007               Gehe heute mal wieder in die Uni Heidelberg. Normalerweise würde ich wegen einer Grippe
nicht zum Arzt gehen, aber bei meiner Vortherapie bin ich mir doch nicht so sicher, ob man etwas beachten
muss. Aber eigentlich bin ich hinterher nicht wirklich schlauer.

13.03.2007               Eigentlich sollen heute die Fliesen im EG neu verfugt werden. Da dann unsere Küche
nahezu nicht zu benutzen ist, hatten Kramers uns zum Mittagessen eingeladen. Da das Feuchtigkeitsproblem
noch nicht gelöst ist, will der Fliesenleger noch nicht neu verfugen. Na ja, wir gehen trotzdem zum Mittagessen
rüber. Ich bin eigentlich ganz froh, dass die Fliesen-Aktion nicht stattfindet.

14.03.2007               Hatte erneut Kontakt mit Prof. K., ich habe irgendwie Bedenken wegen meiner Grippe, nicht
dass sich dadurch die Operation verzögert und sich evtl. die Prognose verschlechtert. Ich solle mir da aber keine
Gedanken machen, soll zusehen, dass ich fit in die OP gehe, es kommt auf ein paar Tage nicht an.

15.03.2007

16.03.2007               Nachdem ich nichts von Prof. K. gehört habe, wollte ich vor dem Wochenende noch einmal
nachfragen, ob er mittlerweile einen Termin in Berlin vereinbart hat. Die Sekretärin teilt mir mit, dass er heute
nicht im Hause sei. Meine Laune geht gegen null. Auf Nachfragen erhalte ich die Handy-Nr.: Er habe mit Dr. F. in
Berlin telefoniert, dieser habe sich die CTs angeschaut und meinte, der retroperitoneale Befund sei kein
Problem und den einen Leberbefund würde er auch in gleicher Sitzung mit entfernen. Na ja, klingt ja ganz gut.
Meine Laune wird leicht besser. Ich soll mich am Montag noch mal melden.

17.03.2007               Als die Kinder endlich nachmittags ausgeschlafen haben, fahren wir zu Anke und Jan, dort
gibt’s Rinderbraten.

18.03.2007               Fahren nach dem Mittagessen zu meinen Eltern.

19.03.2007               Habe mehrmals Kontakt mit Prof. K., dieser hat aber in Berlin nichts erreicht.

20.03.2007               Mittags ruft Prof. K. zurück und teilt mir mit, dass ich am 29.03. stationär aufgenommen
werden soll und die Operation dann am 03.04. stattfinden soll. Laut Dr. F. braucht man 2 Tage Vorbereitung, es
sollen diverse Voruntersuchungen laufen. Insgesamt bin ich irgendwie enttäuscht. Na ja, das Leben ist kein
Wunschkonzert. Wir malen uns schön aus, dass wir an dem Wochenende, das leider genau mitten in der
Vorbereitung liegt, Berlin unsicher machen können.

21.03.2007               Ich rufe morgens den Terminierungs-Koordinator in Berlin an und frage ihn, ob
ich erst am Freitag, aber dafür schon um 8:00 Uhr kommen könnte. Dies lehnt er aber ab. Man brauche schon
Vorbereitungszeit und ich solle lieber schon am Donnerstag um 8 Uhr kommen. Dass ich das Wochenende
noch mal auf die Piste kann, wird auch direkt zurückgewiesen. Ich solle mal davon ausgehen, dass ich auch das
Wochenende stationär bin. Super. Meine Begeisterung kennt keine Grenzen. Krise.

22.03.2007               Irgendwie verspüre ich seit gestern ein Taubheitsgefühl in beiden Fußsohlen. Mache mir
eigentlich keine Sorgen. Denke gleich, dass es von der Chemo kommt. Ist halt irgendwie ein komisches Gefühl,
man läuft wie auf Eiern. Nachmittags rufe ich doch mal bei Dr. H. an. Das war/ist unser Hausneurologe aus dem
TKH. In meinen Augen sehr kompetent und zudem noch sehr nett, wahrscheinlich muss man das auch als
Neurologe sein. Ich dachte, er könne telefonisch sagen, ob man bzgl. meiner Beschwerden handeln muss (z.B.
Vitamine o.ä. nehmen). Er meint aber, ich solle mal zur Untersuchung vorbeikommen. Na toll, da habe ich
überhaupt keinen Bock drauf. Abends habe ich auch noch das Gefühl, das meine Handinnenflächen
eingeschlafen sind. Vielleicht ist eine neurologische Untersuchung doch nicht das schlechteste.

23.03.2007               Gehe um 10 Uhr zum Neurologen, habe morgens natürlich das Gefühl, dass das
Taubheitsgefühl wieder besser wird. Ist wahrscheinlich nur wieder die Angst vor dem Arzt und den
Konsequenzen. Na ja. Es werden sehr viele Untersuchungen gemacht, mit Strom die Nervenleitgeschwindigkeit
etc. gemessen. Dr. H. will ausschließen, dass mein Problem vom Zentralen Nervensystem kommt und evtl.
(sehr unwahrscheinlich) eine Tumormanifestation im ZNS oder Rückenmark vorliegt. Dies kann aber alles
ausgeschlossen werden. Es spricht wohl alles dafür, dass es von der Chemo kommt, wobei solche Symptome
erfahrungsgemäß eigentlich zu einem früheren Zeitpunkt auftreten. Ansonsten bin ich zufrieden. Abends verspüre
ich schon wieder Halskratzen, habe wieder extrem Angst, dass ich krank werde und die geplante OP nicht
stattfinden kann.

24.03.2007               Heute wache ich mit Kopfschmerzen und noch stärkerem Halskratzen auf. Bekomme
daraufhin extrem schlechte Laune. Ich male mir schon aus, dass ich die OP verschieben muss etc. Liege den
ganzen Tag auf dem Sofa, mache Mittagsschlaf, trinke Vitamine und gehe früh ins Bett.

25.03.2007               Irgendwie habe ich es geschafft. Zumindest geht’s mir heute sehr gut und ich bin topfit. Darf
mich halt nicht überlasten. Insgesamt beschäftigt mich das anstehende Ereignis immer mehr, habe irgendwie
ziemlich Angst.

26.03.2007

27.03.2007

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